D  i  e    B  u  r  s  c  h  e  n  s  c  h  a  f  t :


Die Burschenschaft Wohra entstand ca. 1953 aus dem damaligen Männerturnverein.
Die Burschenschaft bestand seit ihrer Gründung traditionell aus den unverheirateten Männern Wohras. Seit einer Satzungsänderung im Jahre 2008 können auch die unverheirateten Frauen Mitglied in der Burschenschaft werden. Der fünfköpfige Vorstand setzt sich seither aus Männern und Frauen zusammen, wobei der Posten des Burschenvatters und des Kassierers in männlicher Hand bleiben.
Momentan haben wir 38 Mitglieder, wovon 5 weiblich sind. Dazu kommen noch ca. 12 Helfer / Helferinnen, die uns bei unseren Veranstaltungen tatkräftig unterstützen.

Feste Veranstaltungen in jedem Jahr sind der Discoabend im Frühjahr und die 3-tägige Kirmes Ende Oktober. Während des ganzen Jahres nehmen wir an verschiedenen Burschenschaftstreffen teil, um unsere Kontakte zu den anderen Burschenschaften zu pflegen.

Mitglied kann jeder "Mann" werden der in Wohra wohnt, konfirmiert ist und das „Burschen“ unbeschadet übersteht. Diese nette kleine Tradition wird jedes Jahr im Rahmen der Kirmes, genauer gesagt während der Mädchenversteigerung, die 1 Woche vor der Kirmes stattfindet, abgehalten. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der Mädchenversteigerung und zum „Burschen“ dürfen hier leider nicht genannt werden. Für die Mädels gelten bisher nur die ersten beiden Punkte als Voraussetzung zum Eintritt.

Die Kirmes startet jedes Jahr am Freitagabend und wird am Sonntagabend traditionell begraben, d.h. der Strohbär wird nach einem Umzug durch das Dorf verbrannt. Nach der Beerdigung wird dann noch munter die erfolgreich verlaufene Kirmes gefeiert. Während dieser Feier werden die Ehrentänze bekannt gegeben. Die drei teuersten Mädchen aus der Mädchenversteigerung werden namentlich genannt und tanzen mindestens einmal mit dem Burschen, der sie ersteigert hat. Man kann sich vorstellen, dass sich nach solchen Tänzen auch spätere Ehepaare fanden, wodurch sich die Mitgliederzahl immer mal wieder ändert.

Für Erholung von den ganzen Terminen ist bei uns natürlich gesorgt. Ein- oder mehrtägige Ausflugsfahrten ins In- oder Ausland gehören genauso jedes Jahr zu unserem Programm wie die Maitour und das Bockbiertrinken am 25. Dezember.



D e r   O r t


Wohra entstand Schätzungen zu Folge zwischen 300 vor und 400 nach Christus. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wohra unter dem Namen Wahara (keltisch; Wohnung am Wasser) in dem von 802-814 erstellten Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld mit dem Hinweis, dass Wahara bereits 775 zum Kloster Hersfeld gehörte. In den folgenden Jahren und Jahrhunderten wechselte die Zugehörigkeit von Wohra mehrmals. Am 01. Juli 1970 schließlich schlossen sich die Orte Wohra und Halsdorf zur Gemeinde Wohratal zusammen. Am 01. Januar 1971 folgten Langendorf und Hertingshausen. Seit dieser Zeit besteht die Großgemeinde Wohratal mit den Ortsteilen Wohra, Halsdorf, Langendorf und Hertingshausen.



W o h r a - L i e d


Gruß aus Wohra
von Christian Nölp

Wo Bentreff und Heimbach sich drängen
Der Mutter Wohra zum Bund,
Wo Wellbach und Ripbach sich neigen
zum Wohrawiesengrund,
Da liegt ein Dörflein am Hange,
Am Hange und im Tal
Und dieses traute Dörfchen:
Wohra, meiner Heimat Wahl.

Geh´ ich durch deine Fluren
Im Sommersonnenbrand,
Hier find ich guten Boden,
Auch Moor und Niet und Sand.
Die üpp´gen Wiesen grünen,
Im Bache schnellt der Fisch;
Und reiche Ernten reifen
Bis hoch zum heil´gen Triesch.

Geh´ ich durch Straß´ und Gassen
Vorbei an Häusern so traut,
Wie bist du schön geworden
Seit ich dich letztmals geschaut.
Und zieh ich nach der Aue,
Auf der Straße schön und neu,
So grüßet mich der naue
Forsthof und die Molkerei.

Die Not trieb in die Ferne
Früher viel´ Wohr´sche Kinn´ :
Amerika, Westfalen,
Da zogen viele hin.
Und fanden sie auch Reichtum,
Vielleicht auch irdisch´ Glück:
Im Herzen blieb das Sehnen
Nach Wohra stets zurück!

Zieh ich durch deine Schluchten
Dem stillen Walde zu,
Hier find ich den gesuchten
Waldfrieden, Waldsruh.
Hain, Junkerberg und Perle
Laden zum Besuch mich ein.
Auch Daspel, Hasenleister
Wollen nicht vergessen sein.

Eh´ ich am Lebensende,
Tret´ an den letzten Gang:
Laß mich noch rückwärts schauen
Mein ganzes Leben lang;
Oft hat mich Leid, Schmerz, Kummer
Geschüttelt wie ein Rohr,
Und dennoch und trotz allem:
Es war doch schön in Wohr!

Steig ich auf deine Höhen
Wie schweift der Blick so weit;
Dörfer im Talesgrunde
Tragen all´ grünes Kleid.
Amöneburg so ferne
Grüßt Jeust und hohes Lohr.
Unten zu meinen Füßen
Im Laub versteckt, liegt Wohr.